Vitamin B12
... ist notwendig für
- die Bildung der roten Blutzellen
- den Aufbau und Funktion von Gehirn und Nervenzellen
- zur Unterstützung von Zellwachstum, Zellreifung und Zellteilung
- zur Regulation des Eiweiß- und Energiestoffwechsels
- zur Prävention arteriosklerotischer und neurologischer Erkrankungen
Was ist Vitamin B12?
Vitamin B12 ist ein wasserlösliches Vitamin, das in der Natur weder von Tieren noch von Pflanzen
synthetisiert werden kann. Nur Mikroorganismen im Verdauungstrakt von Tieren oder Bodenbakterien sind in
der Lage, Vitamin B12 zu produzieren.
Auch die menschliche Darmflora synthetisiert im Dickdarm Vitamin B12. Dieses kann jedoch nicht
aufgenommen werden, so dass der Mensch auf die Aufnahme von Vitamin B12 mit der Nahrung angewiesen
ist.1
1 Leibold, G.: Vitamin B. Econ Taschenbuchverlag München, 1987: 46-77
Wie sieht die natürliche Versorgung mit Vitamin B12 aus?
Der Mensch versorgt sich mit Vitamin B12 fast ausschließlich durch Lebensmittel tierischer Herkunft
wie Muskelfleisch, Innereien, Milch und Eier.2
Bei rein vegetarischer Ernährung besteht die Gefahr eines Vitamin B12 Mangels, da pflanzliche Nahrungsmittel
kein Vitamin B12 enthalten.

2 Herbert, V.: Staging vitamin B12 (cobalamin) status in vegetarians. Am J Clin Nurtr 1994; 59 (suppl.): 1213S-1222S
3 Frank, J.: Vitamin B12 in: Biesalski, H. K. et al.: Vitamine, Spurenelemente und Vitalstoffe - Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2002: 75-79
Wie kommt Vitamin B12 in unseren Körper?
Die Aufnahme von Vitamin B12 in den Körper geschieht auf zwei unterschiedlichen Wegen.
Aktive Resorption:
In der Nahrung enthaltenes Vitamin B12 ist überwiegend an Eiweiße gebunden. Zur aktiven Resorption muss
es vor der Aufnahme in den Organismus im Magen mithilfe von Magensäure und Pepsin von diesen Eiweißen
abgespalten werden.4
Das nun freie Vitamin B12 verbindet sich mit dem Intrinsic factor, einem von der Magenschleimhaut gebildetem
Transporteiweiß. Dieser Komplex wird dann im Endabschnitt des Dünndarms über spezielle Rezeptoren in den Körper
aufgenommen. Auf diesem Weg gelangen etwa 1,5 bis 2 µg Vitamin B12 in die Blutbahn.5
Passive Resorption:
Neben der aktiven Resorption wird Vitamin B12 im Dünndarm auch passiv in den Körper aufgenomen. So können
auch Personen, die aufgrund einer Erkrankung keinen Intrinsic factor bilden können, trotzdem oral mit Vitamin
B12 versorgt werden.
Bei der passiven Resorption werden jedoch sehr hohe Dosen von Vitamin B12 benötigt, da so nur etwa ein
Prozent der angebotenen Dosis in den Körper gelangt.
4 Bates, C.J. et al.: Hohenheimer Konsensusgespräch - Ernährung und Altern. Aktuel Ernaehr Med 2001; 26: 285-302
5 Dharmarajan, T. S., Norkus, E. P.: Approaches to vitamin B12 deficiency. Early treatment may prevent devasting complications. Postgrad Med 2001; 110 (1): 99-105
Wie speichert unser Körper Vitamin B12?
Vitamin B12 wird in allen Körperzellen benötigt.
Der Gesamtbestand an Vitamin B12 beträgt 3 bis 5 mg. 60% davon werden in der Leber gespeichert,
weitere 30% in der Muskulatur. Die restlichen 10% befinden sich im Blutkreislauf.
Bis zu 10 µg Vitamin B12 werden täglich über die Galle ausgeschieden, zum größten Teil aber wieder im
Dünndarm zurück resorbiert. Ist dieser Kreislauf durch eine Störung unterbrochen, werden die Vitamin B12-Speicher
im Körper relativ schnell entleert.
Wie viel Vitamin B12 brauchen wir?
Der Grundbedarf des Stoffwechsels an Vitamin B12 liegt bei Jugendlichen und Erwachsenen zwischen 1,5 und 3,0
µg täglich. Diese Menge deckt den individuellen Bedarf bei der Mehrzahl der gesunden Bevölkerung ab und kann
dem Körper durch eine ausgewogene Ernährung zugeführt werden.
Abgesehen von Personen mit Mangel- oder Fehlernährung, gibt es auch Personen, bei denen trotz ausreichender
Vitamin-B12-Zufuhr ein Mangelzustand auftreten kann. Hier kann aufgrund krankheitsbedingter Veränderungen das
mit der Nahrung zugeführte Vitamin B12 nicht ausreichend oder gar nicht verwertet werden.
Aber auch beim Gesunden gibt es Einflüsse, die zu einer Steigerung des Vitaminbedarfs führen können.
Der empfohlene Vitaminbedarf des Menschen ist diejenige Mindestdosis eines Vitamins, die dazu erforderlich
ist, um erkennbare Vitaminmangelerscheinungen zu verhindern. Es handelt sich also immer um die Angabe einer
Mindestmenge. Für Vitamin B12 ist es die Menge, die notwendig ist, damit keine hämatologischen oder neurologischen
Mangelsymptome auftreten.
Empfehlungen für die tägliche Zufuhr von Vitamin B12
| Kinder bis 15 Jahre |
1,0 - 3,0 µg |
| Jugendliche und Erwachsene |
3,0 µg |
| Schwangere |
3,5 µg |
| Stillende |
4,0 µg |
Nicht berücksichtigt in diesen Empfehlungen ist der erhöhte Bedarf an Vitamin B12 bei kranken Menschen. Je
nach Erkrankung, dem Befinden vor Eintritt der Erkrankung, dem Stadium der Rekonvaleszenz und auch Alter, Geschlecht
und der Einnahme bestimmter Medikamente kann der Bedarf von Vitamin B12 deutlich gesteigert sein.
Die dem Stoffwechsel zur Verfügung stehende Menge an Vitamin B12 ist oft besonders bei Älteren und bei Menschen
mit bestimmten gastrointestinalen Erkrankungen, z. B. einer chronischen Magenschleimhautentzündung, zu gering.
Nur ein geringer Anteil von Vitamin B12 aus der Nahrung kann in den Körper aufgenommen werden
Zwei Drittel der Gesamtzufuhr von Vitamin B12 erfolgen bei normalen mitteleuropäischen Ernährungsgewohnheiten
mit den Hauptmahlzeiten. Ernährungswissenschaftler gehen davon aus, dass abhängig von der Menge an Intrinsic factor
im Magen und der Pankreasfunktion pro Hauptmahlzeit im Durchschnitt maximal 1,5 bis 2 µg Vitamin B12 in den
Körper aktiv aufgenommen werden. Bei älteren Menschen muss mit einem zusätzlichen Resorptionsverlust von 50%
gerechnet werden.
Die Folge: Mangelsymptome, trotz scheinbar ausreichender Versorgung.
Vitamin B12 Mangel - woran erkennt man ihn und wie entsteht er?
Die ersten Anzeichen, die auf einen Vitamin B12 Mangel hinweisen können, sind oft unspezifische Symptome von
körperlicher und geistiger Erschöpfung wie
- Leichte Ermüdbarkeit
- Abgeschlagenheit
- Antriebsschwäche
- Lustlosigkeit
- Blässe
- Nervosität
- Gesteigerte Reizbarkeit
- Nachlassende Merkfähigkeit
- Konzentrationsschwäche
Durch die zusätzliche orale Aufnahme ausreichend hoher Dosen von Vitamin B12 kann dem Auftreten von Mangelsymptomen
vorgebeugt werden.
Bei einem oralen Vitamin-B12-Präparat, das z. B. 500 µg Vitamin B12 enthält, werden bei aktiver Resorption
etwa 1,5 µg Vitamin B12 aufgenommen. 1% bis 2% der Dosis, also 5-10 µg, gelangen zusätzlich durch die
passive Resorption im Magen-Darm-Trakt in den Organismus.
Selbst wenn der Mechanismus der aktiven Aufnahme gestört ist, stehen dem Stoffwechsel trotzdem aufgrund der hohen
Dosierung mindestens 5 µg Vitamin B12 zur Verfügung. Dadurch ist der Tagesbedarf gut gedeckt.
Auch bei ausgeglichener Ernährung kann es zu einem erhöhten Vitamin B12-Bedarf kommen. So können beispielsweise
verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts die Vitaminresorption behindern.
Bereits ein geringer Mangel an Vitamin B12 im Organismus kann die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit im
Alltagsleben stark beeinträchtigen.
Dieser Mangelzustand kann sich durch körperliche und geistige Erschöpfung, allgemeine Schwäche, schlechte
Merkfähigkeit und Konzentrationsstörungen oder schnelle Ermüdung zeigen. Auch eine sich länger hinziehende Rekonvaleszenz
nach einer Erkrankung kann ein Zeichen von Vitamin-B12-Mangel sein.
Eine bewusste Ernährung und die zusätzliche Einnahme eines hoch dosierten Vitamin-B12-Präparats bei Erkrankungen mit
unzureichender oder gestörter Aufnahme und in Situationen mit einem erhöhtem Vitamin-B12-Bedarf des Körpers, können
Mangelerscheinungen verhindern und Energie und Leistungsfähigkeit steigern.
- Bitte klicken Sie auf die Überschriften, um sich den jeweiligen Abschnitt anzeigen zu lassen -